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In Japan Akupunktur / orientalische Medizin lernen/studieren

Diesbezüglich bin ich in der Vergangenheit schon mehrfach angesprochen worden und fühle mich irgendwie verpflichtet, diesen Anwärtern zu helfen. Auch wenn die entsprechenden Aussichten derzeit immer noch alles andere als “rosig” sind – wie ich in dem folgenden früheren, hier aber zunächst unverändert stehen gelassenen Artikel beschrieben habe – scheinen meine diesbezüglichen Bemühungen und öffentliche Bekanntmachungen doch eine gewisse Wirkung gezeigt zu haben. 

Auch wenn ich derzeit noch keinerlei Versprechungen machen kann, möchte ich Interessierte jedoch einladen, sich bei mir zu erkundigen. Ich werde das betreffende Anliegen dann weitergeben, und mit ein bischen Glück ist es dann vielleicht möglich, etwas in die Wege zu leiten …..

Akupunktur – Tradition im Ausverkauf …

Akupunktur hat in Japan inzwischen eine etwa 1500-jährige Tradition. Gemeinsam mit der Kampo genannten “chinesischen Medizin” (zum Einnehmen) wie sie in Japan verwendet wird und sich somit von der “chinesischen Medizin” in China unterscheidet, bildeten diese Formen der orientalischen Medizin, wiederum natürlich in Verbindung mit den verschiedensten Formen der Volksmedizin, für 1350 Jahre die Hauptströmung der medizinischen Versorgung in Japan. Es gab ja nichts anderes. Die “westliche Medizin” ist hierzulande erst seit ca. 150 Jahren verfügbar und wurde von den zuständigen Regierungsbehörden über den besagten Zeitraum als “einzig wahre Medizin” verbreitet. 
Zwischenzeitlich gab es ja auch bekannterweise offizielle (von Regierungsseite) Versuche, die orientalische Medizin vollständig abzuschaffen / verbieten.

Wie dem auch sei, jedenfalls handelt es sich hier um richtig “gediegenes” Handwerk mit der besagten 1500-jährigen Tradition. Diese Form der medizinischen Versorung hat sich über 1500 Jahre wieder und immer wieder bewährt und als wirksam erwiesen (das ist übrigens auch das Thema meiner Klinik).
Daher sollte es heutzutage eigentlich überhaupt nicht erforderlich sein, für diese Behandlungsform Werbung zu machen.
Dachte ich.

Weit gefehlt.
Sogenannte “orientalische Medizin” – wobei ich dabei häufig nicht weiss, wovon überhaupt geredet wird – ist im Moment gerade große Mode. Das heißt, es gibt unzählige Leute, die eine Lizenz erwerben und dann exotische, neuartige Therapieformen praktizieren. 
Während Akupunktur fast immer vollständig vom Patienten getragen werden muss, können sich Kliniken zum Knocheneinrichten (Sekkotsuin = Chiropraktikklinik; oder Seikotsuin = Osteopathieklinik) auf ihr Schild schreiben, dass darin ALLE Arten von Versicherung akzeptiert werden. Folglich gehen die meisten Patienten Heute zu den Sekkotsuin, wo sie für eine Behandlung ca. 5 Euro zahlen und nicht zum Akupunkteur, wo die Behandlung 40 Euro kostet. 

Diese Sekkotsuin laufen entsprechend gut, so dass sie buchstäblich wie die Pilze aus dem Boden schießen. Rund um meine Praxis herum natürlich aus. Traditionelle Verhaltensweisen, wie sich vor Eröffnung einer solchen Klinik bei den bereits laufenden Kliniken vorzustellen, sind inzwischen VÖLLIG ausgestorben. Ich habe das bei Eröffnung meiner Klinik damals noch gemacht …

Massenweise “Billigware” als Konkurrenz führt dann (natürlich) dazu, dass meine Klinik immer schlechter läuft. Auch wenn ich mich noch NIE darum bemüht habe, hier “Geld zu machen*”, stört mich dies dann doch. 
* (http://www.einklang.com/Kanpo2003.htm) (auf Japanisch)

Vor kurzem habe ich einmal versucht, mich nach eine Teilzeitbeschäftigung als Akupunkteur hier in Japan umzusehen. Akupunkturkliniken, die nach Personal suchen, habe ich eigentlich noch nie gesehen. Immer nur die besagten Kliniken zum Knocheneinrichten, oder aber Orthopädiekliniken, die irgendwo einen sogenannten Rehabilitationsraum mit haufenweise Maschinen/Geräten haben, durch den vormittags etwa 100 “Patienten” geschleust werden müssen, damit es sich bezahlt macht. (Das haben mir die Leute in diesen Kliniken selbst gesagt.) Die Aufgabe des Akupunkteurs besteht dann darin, die Leute an irgendeine dieser Maschinen anzuschließen, den Zeitschalter auf 10 Minuten einzustellen und danach die Leute wieder freizusetzen.
Bei meinen kürzlichen Versuchen zeigte sich, dass die Bezahlung für Personen mit einer Akupunkturlizenz bei etwa 900-1000 Yen/Stunde (ca. 9-10 Euro) liegt. Das ist die gleiche Bezahlung, die absolut ungelerntes Personal im “Convenience Store” oder an der Tankstelle bekommen. 
30 Jahre Übung, Studieren, klinische Praxis sind also buchstäblich ***NICHTS*** wert. Denn Leute, die überhaupt nicht studiert und/oder gar keinen Beruf erlernt haben, bekommen das gleiche! Dann frage ich mich, wozu die 30 Jahre Bemühungen den eigentlich gut waren. Und darauf folgt auch wieder die Frage: Warum soll ich diese Arbeit überhaupt machen?

Aus Stellenanzeigen ist ersichtlich, dass Krankenpfleger in der Regel offenbar 1500-2000 Yen/Stunde erhalten und auch ein gewöhnlicher Zimmermann verdient mindestens so viel wenn nicht mehr. 

Hierzu gibt es nun sicherlich zahlreiche Ansichten, Denkansätze etc. aber ich persönlich habe zunächst einmal den Eindruck, dass hier ein äußerst fundiertes Handwerk mit 1500 Jahre Tradition einfach nur für Dumm verkauft wird – im Ausverkauf als Ramsch auf dem Grabbeltisch angeboten.

Irgendwann werden die Leute = Patienten aber unter Umständen merken, dass die Billigware nicht unbedingt immer von der besten Qualität ist …..

Diät – oder eher Gewichtsreduktion

Außer meiner beruflichen (wobei ich dies unverschämterweise ganz persönlich als von “Berufung” kommend betrachte) Tätigkeit als Akupunkteur auch Übersetzungen mache (dies ist die eigentliche finanzielle Grundlage für unser Leben), kommt es im Rahmen dieser Arbeit oft dazu, dass ich zwar nach dem Abendessen eine kleine Pause mache, aber im wesentlichen danach noch bis spät in die Nacht arbeite. Wenn ich dann den Tag beende(te), gönne ich mir vielleicht ein Bier oder japanischen Schnaps (Sake). Das allein wäre ja noch erträglich, aber über eine ganze Weile hinweg habe ich dabei auch immer den Kühlschrank nach schmackhaften Happen durchsucht, die zum Schnaps gepasst hätten.

Das hat dann dazu geführt, dass mein Körpergewicht im letzten Juli (2009) schließlich die dreistellige Grenze überschritt! 100 kg bei nur 169 cm Größe – das passt wirklich nicht mehr. Von meinem beruflichen Standpunkt als Akupunkteur her kommt es immer wieder vor, dass ich meinen Patienten “empfehle” ein wenig Sport zu betreiben und etwas abzunehmen. Aber wenn man selbst so aus dem Rahmen fällt, wirkt eine solche Aussage natürlich nicht sehr überzeugend.

Daher entschloss ich mich im vergangenen Jahr, die **Menge** meiner Nahrungsaufnahme und den Alkoholkonsum zu reduzieren. Jetzt esse ich wahrscheinlich etwa die Hälfte von dem was ich vorher gegessen habe, gönne mir dabei aber auch Schokolade, Donuts und fette Fleischgerichte, sowie hin- und wieder einen Wein oder dergleichen, aber eben nicht mehr täglich, wie das bis letzten Sommer üblich war. Darüber hinaus habe ich auch wieder angefangen Fahrrad zu fahren (was nach einem Unfall für einige Jahre im wesentlichen ausgeblieben war). Seither fahre ich meistens täglich etwa 1 Stunde Fahrrad. 

Die Hose, die ich extra gekauft habe, passte nicht mehr!

Dies hat dazu geführt, dass ich vom letzten Juli bis März dieses Jahres (2010) ca. 21 kg abgenommen habe. Wobei das Fahrrad fahren sicher dazu beigetragen hat, unnötige Kalorien abzufackeln. Daher ‘leide’ ich auch nicht an total faltiger Haut oder herabhängenden Restfettpolstern, sondern mache eher (sofern ich dass selbst überhaupt sagen darf) einen sportlichen, gefestigten Eindruck. 

Unter dem Einfluss der Corona Pandemie und gewissen arbeitsbedingten Einschränkungen ist das Fahrradfahren in der letzten Zeit wieder stark zurückgegangen. Das hat der Bauch genutzt, um sich wieder deutlich sichtbar zu machen!

Ich musste mir schon selber sagen: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Diese Veränderungen haben auch sowohl positive wie negative finanzielle Auswirkungen.

Negativ: Kleidung zum Ausgehen, die ich mir im letzten Jahr anlässlich einer Arbeit als Dolmetscher gekauft habe, ist jetzt so groß, dass ich darin wie ein Clown aussehe. Andererseits kann ich aber jetzt wieder Hosen tragen, die seit 15 Jahren im Schrank gelegen hatten, weil sie mir zu klein geworden waren.

Fahrrad fahren – eine Übungsform die ich daher nur empfehlen kann. Sie belastet die Knie weniger und erlaubt offenbar intensive aerobe Übungen über längere Zeit (Ausdauertraining) aufrecht zu erhalten. Und gerade langfristigen Beanspruchungen standzuhalten ist etwas, dass in der modernen Gesellschaft scheinbar systematisch abgebaut wird (eine Verschwörung die Menschheit in die Dekadenz zu treiben?).

Ich werde mich diesbezüglich noch wieder melden.

1-Punkt Ratschlag: “Kreuzschmerzen”

  • Fast alle Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Kreuzschmerzen.
  • Die einzigen, die Körpermitte tragenden Knochen sind die Lendenwirbel.
  • Daher wird das “Kreuz” vorwiegend von den Muskelgruppen im Bereich der Hüfte getragen (aufrecht gehalten).
  • Verwenden Sie den eigenen Körper, um diese Muskeln zu trainieren.
  • Die einfachste Möglichkeit ist gehen.
  • Verwenden Sie die Treppen an Stelle der Rolltreppen und bemühen sich, mehr zu Fuß zu gehen, als den Bus zu benutzen.
  • Es gibt einen Akupunkturpunkt, der bereits in den chinesichen Klassikern dafür gekannt war, dass er die Muskeln des Körpers harmonisiert.
  • Der Puhkt GB34 schräg aussen unter dem Knie
  • Der Punkt G34 außen schräg unter dem Knie.
  • Stimulieren Sie diesen Punkt in regelmäßigen Abständen, ähnlich wie man sich auch regelmäßig die Zähne putzt. Verwenden Sie dazu Ihre Finger oder Gegenstände mit runder Spitze.

Veröffentlichungen in Fachzeitschriften

Vor einer ganzen Weile habe ich in einer Fachzeitschrift (Akupunktur – Theorie und Praxis) in Deutschland zwei von mir hier in Japan durchgeführte “Forschungsarbeiten” veröffentlich.

A)    Anwendung von Akupunktur in der Betreuung postoperativer Patienten  

B)    Klinische Erfahrungen mit Akupunktur bei der Behandlung von Krebspatienten  

Für den Fall, dass sich jemand für diese Arbeiten interessiert, habe ich diese Arbeiten gescannt und bietet sie als JPG Datein (zip file) unter “Downloads” an. (Allerdings habe ich gerade festgestellt, dass darin die REIHENFOLGE der gescannten Seiten nicht stimmt. Das muss ich noch korrigieren. In der Hoffnung, dass dies unter Umständen nützliche Hinweise bietet …

Korrekte Haltung

Ich musste mir schon häufiger sagen lassen, ich sei nicht als Therapeut geeignet. Die Gründe hierfür:

Fast alle Japaner klagen zumindest vorübergehend über Schulterverspannungen, Kopfschmerzen oder Kreuzschmerzen.

Der allergrößte Teil dieser Beschwerden ist selbstverständlich und offensichtlich auf eine schlechte Haltung zurückzuführen. (Und ich bin sicher, dass dies nicht nur für die Japaner gilt!)

Wenn ich Patienten/Personen jedoch darauf hinweise, heisst es oft, dass ich den Patienten die Verantwortung für ihre Probleme in die Schuhe schiebe, und die Betreffenden beschweren sich dann “Das lässt sich nicht ändern, weil ich doch so müde (erschöpft) bin. Wenn ich eine korrekte Haltung beibehalten könnte, hätte ich doch auch keine solchen Probleme.”

Hier handelt es sich aber wohl um eine Illusion.

Was die Menschen so erschöpft ist die stärkste Kraft im Universum: die Schwerkraft. Solange der Mensch auf der Erde lebt, wird diese stets mit unverminderter Kraft versuchen, den Körper in Richtung Erdzentrum zu ziehen und dabei aufrechte oder sitzende Positionen zu stören. Und Mitleid ist der Schwerkraft völlig fremd.

“Du armer Mensch, du bist so müde, da werde ich Heute nur mit halber Kraft ziehen …” ist etwas das sicherlich NICHT vorkommen wird.

Ob der Mensch dies nun bewusst oder unbewusst tut, ist dabei gleichgültig: jeder Versuch dieser stärksten aller Kräfte zu widerstehen, muss von vornherein zum Scheitern verurteilt sein.

Eine “korrekte Haltung” sieht mitunter so aus, als ob gerade diese sehr ermüdend wäre, aber in Wirklichkeit ist dies diejenige Haltung, in der der geringste Energieverbrauch auftritt.

Eine schlechte Haltung sollte gerade dann korrigiert werden, wenn man müde/erschöpft ist, weil damit die durch die Schwerkraft auf den Körper ausgeübten Kräfte auf ein Minimum reduziert werden.

Mit anderen Worten, der Erschöpfungszustand wird gemildert.

Eine korrekte Haltung ist einerseits ästhetisch schön – siehe das Bild des Mädchens mit Blumenkorb auf dem Kopf.

Andererseits ist diese Haltung aber auch STARK! Siehe die Bilder der afrikanischen Frauen. Diese tragen sehr schwere Lasten mit Leichtigkeit auf ihren Köpfen und gehen so wahrscheinlich kilometerweit bis nach Hause. Den meisten mir bekannten Japanern (Europäern, Amerikanern) wäre dies jedoch unmöglich. Andererseits gibt es mit wenigen Ausnahmen wie hohes Alter oder Verformungen der Wirbelsäule keinen ersichtlichen Grund, warum diese Menschen eine solche Haltung nicht einnehmen könnten!

Hier im Orient braucht man sich nur die Buddha Statuen anzusehen. Diese sind ausnahmslos ein Beispiel für gute Haltung. Und das ist sicher kein Zufall!

Patienten zu korrekter Haltung anzuleiten, sollte, falls erfolgreich dazu führen, dass die Patienten für sich selbst sorgen können und meine Dienste nicht mehr benötigen. Und genau das ist eigentlich meine Aufgabe: dafür zu sorgen, dass die Patienten nicht mehr zu mir kommen zu brauchen. (Diesbezüglich gibt es einen Artikel über mich in Japanisch)

http://www.einklang.com/Kanpo2003.htm#page1 

http://www.einklang.com/Kanpo2003.htm#page2

Eine gute Haltung einnehmen, erfordert jedoch die Bemühungen der betreffenden Person. Dies kann nicht von Anderen “gemacht” werden.

Aber eine gute Haltung bringt unzählige Vorteile mit sich.

Be-Mühen Sie sich bitte